Ein Streifen von drei Fotos, die jeweils mehrere Personen bei der Arbeit an einer Displaywand zeigen.

In unserer Informationsgesellschaft wird die Analyse von komplexen Daten zur Problemlösung und Entscheidungsfindung immer häufiger durch Teams vorgenommen, in denen mehrere Experten miteinander kooperieren. Beispiele sind ein Tumorboard-Meeting, bei dem mehrere Ärzte verschiedener Fachdisziplinen Behandlungsansätze diskutieren, eine Leitwarte, wo verschiedenste Informationen analysiert und bewertet werden müssen, oder ein Strategie- bzw. Besprechungsszenario, wo gemeinsam Notizen und andere Medien genutzt werden, um neue Ideen zu generieren. Immer arbeiten mehrere Personen vor Ort kollaborativ miteinander und werden dabei zunehmend digital unterstützt. Wo früher ein Whiteboard oder einzelne Monitore verwendet wurden, steht dabei zunehmend ein vertikales, interaktives Großdisplay im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit und dient als zentraler Diskussionsort. Ergänzt durch persönliche mobile Endgeräte, wie Laptops, Tablets oder Smartphones, oder auch horizontale Tabletop-Displays, entstehen sogenannte Multi-Device- oder Multi-Display-Umgebungen (MDU).

Das Projekt CollabWall untersucht diese kollaborativen Szenarios, um ein grundlegendes Verständnis für den Ablauf kollaborativer Arbeit in MDU aufzubauen. Es soll untersucht werden, wie der Wechsel zwischen individueller und Gruppenarbeit erfolgt, welche Rollen Nutzer einnehmen, wie, wo und wann Awareness-unterstützende Informationen angezeigt werden sollten oder wie der Raum vor bzw. auf einer Displaywand tatsächlich genutzt wird. Dazu soll als Basis ein Design-Space der Einflussfaktoren der Zusammenarbeit in MDU erarbeitet werden. Um Interaktion, Bewegung und Kommunikation bei der kollaborativen Nutzung einer MDU besser verstehen zu können, wird ein Analysewerkzeug mit kombinierten Visualisierungstechniken entwickelt, mit dem auch eine semi-automatische Analyse des aufgezeichneten Verhaltens möglich wird. In Form mehrerer empirischer Studien werden typische Verhaltensmuster von Personen in MDU identifiziert, wobei die Aspekte Nutzung des Raums, Awareness sowie dynamisch wechselnde Nutzerrollen im Vordergrund der Forschung stehen. Abschließend werden Design-Richtlinien entwickelt, die eine bessere Gestaltung künftiger kollaborativer User Interfaces in MDU ermöglichen.

Zugehörige Publikationen

Studentische Arbeiten

  • Untersuchung der Kantendarstellung in räumlichen Visualisierungen von 3D-Node-Link-Diagrammen

    9. Oktober 2017 bis 8. April 2018

    Betreuung: Wolfgang Büschel, Raimund Dachselt